Entdecke Leverkusen: Mehr als nur Bayer und Bundesliga
Hast du dich jemals gefragt, was Leverkusen, diese dynamische Stadt im Herzen von Nordrhein-Westfalen, wirklich ausmacht? Leverkusen ist eine kreisfreie Stadt und ein wichtiges Mittelzentrum, eingebettet im südlichen NRW und Teil des Regierungsbezirks Köln. Geografisch liegt es malerisch im Bergischen Land und gehört damit zum wunderschönen Rheinland. Hier, an diesem besonderen Ort, ergießt sich die Wupper sanft in den majestätischen Rhein. Oftmals steht die Stadt im Schatten ihrer großen Schwester Köln, die nur einen Katzensprung südwestlich liegt, doch Leverkusen ist ein pulsierendes Mitglied der Metropolregion Rhein-Ruhr und hat eine ganz eigene, faszinierende Identität.
Mit rund 167.850 Einwohnern (Stand Ende 2023, laut städtischer Statistik sogar über 170.000 Ende 2024) gehört sie zu den kleineren Großstädten Deutschlands, belegt aber immerhin Platz 49 auf der Liste der größten Städte. Weltbekannt ist Leverkusen natürlich durch den global agierenden Bayer-Konzern und den stolzen Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, der in der Saison 2023/24 die Deutsche Meisterschaft der Männer errang. Aber reduziere Leverkusen nicht darauf! Bist du bereit, hinter die Kulissen zu blicken und die vielen Facetten dieser spannenden Stadt zu entdecken?
Wie Leverkusen zu seinem Namen kam und wie es wuchs
Die Geschichte des modernen Leverkusen beginnt im Jahr 1930. Damals schlossen sich die Stadt Wiesdorf und die Gemeinden Schlebusch, Steinbüchel und Rheindorf zusammen, um eine neue Einheit zu bilden. Doch woher stammt der Name „Leverkusen“? Er ist eine Hommage an den visionären Apotheker und Chemieunternehmer Carl Leverkus. Seine Familie stammte ursprünglich von einer Hofschaft namens Leverkusen im heutigen Remscheid. Mitte des 19. Jahrhunderts gründete Carl Leverkus nahe Wiesdorf am Rhein eine Chemiefabrik. Für seine Arbeiter schuf er eine Siedlung und nannte sie – in Erinnerung an den Familiensitz in Lennep – Leverkusen. Ein Name mit Geschichte also!
Doch die Stadtentwicklung war damit nicht abgeschlossen. Ein weiterer bedeutender Schritt erfolgte 1975. In diesem Jahr fusionierte das damalige Leverkusen mit der Kreisstadt Opladen und der Stadt Bergisch Neukirchen. Zusätzlich wurde der Stadtteil Hitdorf, der zuvor zu Monheim am Rhein gehörte, eingegliedert. Stell dir dieses Mosaik vor, wie verschiedene Teile zu einem neuen Ganzen zusammengefügt wurden! Diese Neugliederung schuf das Leverkusen, wie wir es heute kennen. Die neu geformte Stadt wurde daraufhin in drei Stadtbezirke unterteilt. Interessanterweise wurde dabei Opladen zwischen den Bezirken II und III aufgeteilt – ein Kompromiss, der die gewachsenen Strukturen berücksichtigte.
Drei Herzen schlagen in Leverkusen
Was Leverkusen besonders macht, sind seine drei lebendigen Stadtzentren, jedes mit einer eigenen Fußgängerzone und einem unverwechselbaren Charakter. Du findest sie in den Stadtteilen Leverkusen-Mitte (dem historischen Wiesdorf), Schlebusch und Opladen. Jedes Zentrum lädt zum Bummeln, Verweilen und Entdecken ein. Opladen trägt zudem den charmanten Beinamen „Tor zum Bergischen Land“ – ein Hinweis auf die geografische Nähe und die Verbindung zur reizvollen Mittelgebirgslandschaft.
Leverkusen auf der Landkarte: Lage und Landschaft
Wo genau findest du dieses vielseitige Leverkusen? Die Stadt erstreckt sich am rechten Ufer des Niederrheins, dort, wo die Flüsse Wupper und Dhünn ihre Bahnen ziehen. Der Rhein bildet die natürliche westliche Grenze – eine Lebensader und ein prägendes Element der Stadtlandschaft. Nur etwa 10 Kilometer südlich pulsiert die Metropole Köln, während sich im Norden die Städte Monheim am Rhein und Langenfeld (Rheinland) anschließen. Im Osten reichen die Stadtteile bis in die sanften Ausläufer des Bergischen Landes hinein. Ein spannender Mix aus urbanem Raum und naturnaher Umgebung, findest du nicht auch?
Das Stadtgebiet weist interessante Höhenunterschiede auf. Der höchste Punkt liegt an der Grenze zu Burscheid bei der Kompostierungsanlage Heiligeneiche auf stolzen 198,7 Metern über Normalhöhennull. Den tiefsten Punkt findest du dagegen bei der Hitdorfer Hafeneinfahrt auf nur 35,1 Metern über NHN. Die Stadtgrenze umspannt eine Länge von 56 Kilometern. Dabei dehnt sich Leverkusen von Norden nach Süden über 8,9 Kilometer und von Westen nach Osten über beachtliche 15,3 Kilometer aus.
Nachbarn rundum
Leverkusen ist gut vernetzt und von interessanten Nachbarn umgeben. Wenn du im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, blickst, grenzt die Stadt an:
- Leichlingen
- Burscheid
- Odenthal
- Bergisch Gladbach (alle gehören zum Rheinisch-Bergischen Kreis)
- Köln (die kreisfreie Metropole)
- Monheim
- Langenfeld (beide Teil des Kreises Mettmann)
Die Gliederung der Stadt: Bezirke, Teile und Quartiere
Seit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 ist Leverkusen klar strukturiert. Das Stadtgebiet gliedert sich in drei Stadtbezirke, die wiederum 13 Stadtteile umfassen. Für statistische Zwecke gibt es zudem 16 Statistische Bezirke. Um noch feingliedriger zu werden, wurden 2003 zusätzlich 77 sogenannte „Quartiere“ definiert – eine Ebene, die die Lebenswelten vor Ort noch genauer abbildet.
Politische Mitbestimmung gibt es auch auf Bezirksebene: Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung mit 15 Mitgliedern, die alle fünf Jahre von den Bewohnern des Bezirks gewählt wird. An ihrer Spitze steht seit 2020 ein Bezirksbürgermeister (früher Bezirksvorsteher). Diese Vertretungen kümmern sich um spezielle Aufgaben im Bezirk und müssen bei allen wichtigen Angelegenheiten, die ihren Bezirk betreffen, gehört werden.
Hier siehst du, wie die Stadtteile den Bezirken zugeordnet sind:
- Stadtbezirk I: Wiesdorf, Manfort, Rheindorf und Hitdorf
- Stadtbezirk II: Opladen, Küppersteg, Bürrig, Quettingen und Bergisch Neukirchen
- Stadtbezirk III: Schlebusch, Steinbüchel, Lützenkirchen und Alkenrath
Innerhalb der Stadtteile gibt es oft noch kleinere Bereiche mit eigenen Namen, sogenannte Wohnplätze. Das können alte Siedlungskerne oder auch Neubaugebiete sein, deren Namen oft auf historische Hof-, Siedlungs- oder Flurbezeichnungen zurückgehen. Kennst du vielleicht Namen wie Fettehenne, Pattscheid, Biesenbach, Hüscheid, Imbach, Niederblecher, Schöne Aussicht, Voigtslach, Mathildenhof, Leimbacher Berg, Meckhofen oder die Waldsiedlung? Sie alle sind Teil des vielfältigen Leverkusener Stadtbildes.
Natur und Klima: Zwischen Rheinebene und Bergischem Land
Leverkusen erstreckt sich über drei charakteristische rheinische Landschaftsgebiete. Da ist zum einen die Köln-Bonner Rheinebene mit ihren Lindenwäldern und den typischen Bruch- und Auenwäldern entlang der Bäche und Flüsse, in denen auch Eichen und Haseln zu finden sind. Zum anderen prägt die Bergische Heideterrasse das Bild, eine Landschaft, die, wie der Name schon andeutet, überwiegend von Heideflächen gekennzeichnet ist. Stadtteilnamen wie Fixheide oder Schlebuscher Heide erinnern noch heute daran. Richtung Osten geht die Landschaft dann in die Bergischen Hochflächen über, die bereits zum Rheinischen Schiefergebirge gehören. Hier wurden vor allem Nadelholzkulturen angelegt, und die Flächen werden auch landwirtschaftlich genutzt.
Wie ist das Wetter hier so? Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt in Leverkusen bei etwa 700 Millimetern, wobei der Wind meist aus westlicher oder südwestlicher Richtung weht. Die Jahresmitteltemperatur beträgt angenehme 12,2 °C. Interessant ist, dass die Niederschlagsmenge in Richtung Osten, zum Bergischen Land hin, ansteigt und dort bis zu 1300 Millimeter im Jahresmittel erreichen kann. Das Klima in Leverkusen stellt somit einen Übergang vom gemäßigten Seeklima zum Kontinentalklima dar, was sich in milden Wintern und mäßig warmen Sommern äußert – eigentlich ganz angenehm, oder?
Eine Reise durch die Zeit: Leverkusens Geschichte
Die Geschichte Leverkusens ist vor allem die Geschichte der Gemeinden, die sich 1930 zusammenschlossen: Wiesdorf, Schlebusch, Steinbüchel und Rheindorf. Die später hinzugekommenen Orte Opladen, Hitdorf und Bergisch Neukirchen haben natürlich ihre eigenen, spannenden Historien.
Von Römern und Grafen: Die frühen Jahrhunderte
Die Spuren menschlicher Besiedlung im heutigen Stadtgebiet reichen weit zurück. Schon ab dem 10. Jahrhundert tauchen die ersten Siedlungen in Urkunden auf – Hitdorf machte 941 den Anfang, Alkenrath folgte erst 1458. Bereits zur Römerzeit war die Gegend besiedelt, wie Grabplatten mit typisch römischer Gestaltung und Beigaben, darunter komplette Soldatenausrüstungen, beweisen. Auch Siedlungsreste nach römischem Vorbild, wie am Scherfenbrand, und Funde von Terra Sigillata deuten auf die Anwesenheit der Römer hin. Im ersten Viertel des 4. Jahrhunderts wurden sie von den Franken abgelöst. Zur Zeit Karls des Großen gehörte das Gebiet zum Deutzgau.
Im Mittelalter war das rechtsrheinische Land, einschließlich Leverkusen, einflussreicher Teil des Erzstifts Kurköln. Ein Gut in Rheindorf wird schon im 11. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Kölner Apostelstift erwähnt. Hitdorf taucht 1151 mit seiner Abtei St. Pantaleon und einem Fronhof auf, in dem ein Untervogt des Grafen von Berg residierte. Die Grafengewalt über das spätere Stadtgebiet lag ab etwa 1150 bei den Grafen (später Herzöge) von Berg. Die Kirchen in Bürrig (1147), Lützenkirchen und Wiesdorf (1163/64) sowie Schlebusch (1235) werden erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert waren die Pfarrkirchen von Wiesdorf, Rheindorf, Bürrig, Opladen, Lützenkirchen und Neukirchen (heute Bergisch Neukirchen) im Liber Valoris, dem Steuerverzeichnis der Erzdiözese, aufgeführt. Die heutigen Ortsteile gehörten damals zum Amt Miselohe (mit Ausnahme von Hitdorf und Rheindorf im Amt Monheim), wobei Opladen als Gerichtssitz eine zentrale Rolle spielte. Bemerkenswert: Die Bauern im Bergischen Land waren relativ früh unabhängig und mussten keine Frondienste leisten, was soziale Aufstiegschancen bot.
Neuzeitliche Wirren: Kriege und ihre Folgen
Zu Beginn der Neuzeit lebten die meisten Menschen hier von der Land- und Forstwirtschaft. Die Einwohnerzahlen stiegen langsam an, auch in Orten wie Bürrig, Wiesdorf oder Küppersteg. Genaue Zahlen aus dem 15. und 16. Jahrhundert sind schwer zu ermitteln, aber man schätzt, dass Wiesdorf, Schlebusch und Lützenkirchen die größten Gemeinden mit jeweils knapp unter 1000 Einwohnern waren, während Rheindorf und Bürrig als kleine Kirchspiele galten.
Die Lage an wichtigen Nord-Süd-Verkehrswegen brachte jedoch auch Leid mit sich. Im Kölnischen Krieg (1583-1588) wurden viele Dörfer im heutigen Stadtgebiet und Umland von Truppen des Pfalzgrafen Johann Casimir geplündert. Truppen zogen raubend an den Siedlungen vorbei. Eine Äbtissin aus Gevelsberg berichtete von den Zerstörungen. Auch Bürrig wurde überfallen, die Dorfkirche zerstört, ebenso die Kapelle in Schlebusch. Sie wurden nach dem Krieg wieder aufgebaut.
Kaum waren die Wunden des Kölnischen Krieges verheilt, folgte der Dreißigjährige Krieg. Ab 1622 zogen immer wieder Truppen verschiedener Mächte durch das Gebiet – Spanier, kaiserliche Truppen, Hessen – die plünderten, raubten und die Bauern zu Spanndiensten zwangen. Obwohl einige Häuser in Wiesdorf, Schlebusch und Dünnwald immer wieder überfallen wurden, kam das heutige Stadtgebiet im Vergleich zu anderen Regionen noch relativ glimpflich davon. Erst nach 1643 kehrte langsam Ruhe ein.
Zwischen Herzogtum Berg und Preußen (1648–1933)
Vor dem 18. Jahrhundert war das spätere Leverkusener Stadtgebiet eher dünn besiedelt. Es bestand aus kleinen Gemeinden, Höfen und einzelnen Häusern. Keine Siedlung erreichte mehr als 1500 Einwohner oder hatte kleinstädtischen Charakter. Die Kernbereiche der heutigen Stadtteile waren kleinste Gemeinden mit Kirchen als Mittelpunkte für die umliegenden Gehöfte. Insgesamt lebten hier etwa 9.000 Menschen. Verglichen mit dem heutigen Deutschland (damals ca. 45 Einw./km², heute über 230) war die Bevölkerungsdichte mit rund 116 Einw./km² zwar höher, aber im Vergleich zum restlichen Rheinland (damals ca. 99 Einw./km²) nur etwas dichter. Lützenkirchen war damals mit 1845 Einwohnern der größte Ort.
1806 fiel das Herzogtum Berg an Napoleon und wurde Teil des Großherzogtums Kleve-Berg. Die Verwaltung wurde neu geordnet, und das Leverkusener Gebiet gehörte nun zu den Munizipalitäten Opladen und Schlebusch im Kanton Opladen. 1815, nach dem Wiener Kongress, kam die Region an Preußen und wurde Teil der Rheinprovinz. Alle Bewohner wurden preußische Untertanen. Opladen war kurzzeitig Kreissitz, wurde aber 1819 dem Kreis Solingen angegliedert. Das heutige Stadtgebiet war in die Sammtgemeinden Opladen und Schlebusch unterteilt. 1930 wurden Neukirchen, Rheindorf und Schlebusch nach Wiesdorf eingemeindet.
Ende der 1920er Jahre ging es Wiesdorf wirtschaftlich gut, aber es herrschte Wohnungsnot durch den Zuzug von Arbeitern. Wiesdorf begann Eingemeindungsverhandlungen mit Schlebusch. Schlebusch verhandelte kurzzeitig auch mit Köln, entschied sich aber nach einem Bürgerentscheid für den Zusammenschluss mit Wiesdorf. 1930 wurde auch Lützenkirchen nach Opladen eingegliedert. Leverkusen entwickelte sich zur Industriestadt, stark geprägt und gefördert durch die Bayer AG.
Der Zusammenschluss zur Stadt Leverkusen war jedoch nicht unumstritten. Kritiker nannten ihn einen „Verwaltungsakt“, das Ergebnis eine „Großgemeinde“ aus unpassenden Teilen. Wirtschaftlich wurde er aber als sinnvoll erachtet, auch um Begehrlichkeiten Kölns und des Bergischen Landes zuvorzukommen. Der damalige Bürgermeister Heinrich Claes gilt heute als „Vater des Zusammenschlusses“.
Dunkle Jahre: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte auch in Leverkusen schnell. Bereits am 7. März 1933 wurde die Stadtregierung gestürzt und die Hakenkreuzfahne gehisst. Bürgermeister Claes‘ Versuch, mit den neuen Machthabern zu kooperieren, scheiterte. Am 30. März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten endgültig die Kontrolle, Wilhelm Tödtmann (NSDAP) wurde kommissarischer Bürgermeister. Wie überall im Reich wurden Führungspositionen neu besetzt, andere Parteien im Wahlkampf behindert, Straßen umbenannt (z.B. die Rathenaustraße in Adolf-Hitler-Straße). Bewohner wurden zur Zwangsarbeit herangezogen.
Ab Januar 1943 gab es Luftangriffe, besonders auf die Dynamitfabrik in Manfort. Im August und November 1943 fielen Bombenteppiche auf die Stadt. Nach Ausrufung des „Totalen Krieges“ folgte am 10. September 1944 ein schwerer Angriff auf Manfort, und am 26. Oktober 1944 der verheerendste Angriff mit über 1000 Spreng- und 12.000 Brandbomben. Der Krieg endete in Leverkusen am 15. April 1945 nach Artilleriebeschuss und einer teilweise verhinderten Brückensprengung mit der Übergabe der Stadt an amerikanische Truppen.
Neuanfang und Wachstum: Nachkriegszeit bis heute
Nach dem Krieg lag Leverkusen in der Britischen Besatzungszone. Die Kreis-Militärregierung für den Rhein-Wupper-Kreis hatte ihren Sitz in der Villa Römer in Opladen. Die schlimmste Hungersnot wurde bis 1948 überwunden, die Wirtschaft und Infrastruktur langsam wieder aufgebaut.
Ein wichtiger Meilenstein war der 1. April 1955: Leverkusen schied aus dem Rhein-Wupper-Kreis aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Damals zählte die Stadt etwa 78.000 Einwohner. Das stetige Wachstum führte dazu, dass Leverkusen 1963 die Marke von 100.000 Einwohnern überschritt und damit offiziell zur Großstadt wurde. Schon 1960 war Hitdorf nach Monheim eingemeindet worden (bevor es 1975 zu Leverkusen kam).
Der 1. Januar 1975 brachte die bereits erwähnte große kommunale Neugliederung gemäß dem Köln-Gesetz. Trotz teils heftigen Widerstands aus den betroffenen Städten wurden Leverkusen, Opladen und Bergisch Neukirchen zur neuen, größeren kreisfreien Stadt Leverkusen zusammengelegt. Hitdorf kam von Monheim hinzu. Der Rhein-Wupper-Kreis wurde aufgelöst, und das Umland gehört seitdem zum Rheinisch-Bergischen Kreis bzw. zum Kreis Mettmann. Diese Fusion prägt die Struktur und Identität der Stadt bis heute maßgeblich.
Die Menschen in Leverkusen: Bevölkerung und Demografie
Wie hat sich die Einwohnerzahl von Leverkusen entwickelt und wer lebt heute hier? Lass uns einen Blick auf die Zahlen werfen.
Einwohnerentwicklung im Wandel der Zeit
Die Bevölkerungsentwicklung spiegelt die Geschichte der Stadt wider. Hatte Wiesdorf 1905 etwa 10.000 Einwohner, waren es 1914 schon über 20.000. Nach dem Zusammenschluss zur Stadt Leverkusen 1930 lebten hier rund 40.000 Menschen. 1963 wurde die 100.000er-Marke geknackt. Den historischen Höchststand erreichte die Einwohnerzahl direkt nach der großen Neugliederung 1975 mit 167.671 Menschen, bedingt durch die Eingemeindung von Opladen (damals 45.604 Einwohner), Bergisch Neukirchen und Hitdorf. Laut Zensus 2011 waren es 158.984 Einwohner, Ende 2017 dann 163.577.
Die Entwicklung war von verschiedenen Faktoren beeinflusst: die Industrialisierung (besonders die Ansiedlung von Bayer 1891), die Auswirkungen der beiden Weltkriege, ein starkes Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg, der sogenannte Pillenknick um 1970 und die wirtschaftliche Rezession der 1980er Jahre.
Demografische Momentaufnahme
Im Oktober 2019 hatten 167.433 Menschen ihren Hauptwohnsitz in Leverkusen (85.448 weiblich, 81.985 männlich). Davon waren 27.565 Nichtdeutsche, was einem Ausländeranteil von etwa 16,5 % entspricht. Im Jahr 2018 hatten rund 35,2 % der Einwohner (57.623 Personen) einen Migrationshintergrund. Dieser Anteil zeigt sich auch bei den Jüngsten: Von den knapp 5.000 Kindern in Kitas hatten 41,3 % einen Migrationshintergrund.
Die Altersstruktur (Stand Juni 2020, bei 166.537 Einwohnern) zeigt: 17,1 % (28.428) waren minderjährig, während 21,5 % (35.786) 65 Jahre oder älter waren. Im Jahr 2017 waren rund 82.300 Personen am Arbeitsort Leverkusen erwerbstätig, davon die meisten (72,8 %) im Dienstleistungssektor, 27,1 % im produzierenden Gewerbe und nur 0,1 % in Land- und Forstwirtschaft/Fischerei.
Interessant ist auch die Pendlerrate: Von den 79.546 erwerbstätigen Einwohnern Leverkusens im Jahr 2016 pendelten etwa 49,6 % zur Arbeit aus der Stadt hinaus. Gleichzeitig waren 75,2 % der Erwerbstätigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Ja-Wort in Leverkusen: Eheschließungen
Ein kleiner Einblick in gesellschaftliche Trends: Die Zahl der Eheschließungen sank zwischen 2001 (1133) und 2011 (929) um etwa 18 %. Dabei gab es Verschiebungen je nach Religionszugehörigkeit: Ein leichter Anstieg bei rein evangelischen Paaren und Paaren ohne Religionszugehörigkeit, aber deutliche Rückgänge bei rein katholischen und gemischt-konfessionellen Ehen.
Politik, Finanzen und das Stadtwappen
Wer lenkt die Geschicke der Stadt? Rat und Oberbürgermeister
Der Rat der Stadt Leverkusen besteht aus 52 Mitgliedern plus dem Oberbürgermeister. Nach der Wahl vom 13. September 2020 stellt die CDU mit 14 Sitzen die größte Fraktion, gefolgt von der SPD mit 13 Sitzen. Seit 1994 gibt es in NRW nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister, der direkt von den Bürgern für fünf Jahre gewählt wird. Er ist Vorsitzender des Rates, Chef der Stadtverwaltung und oberster Repräsentant der Stadt.
Ein Blick auf die Finanzen
Leverkusen kämpft seit einigen Jahren mit einem nicht ausgeglichenen Haushalt und befindet sich im sogenannten Nothaushaltsrecht. Das bedeutet, die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, und neue Investitionen bedürfen der Zustimmung der Bezirksregierung. Der Schuldenstand lag zuletzt bei etwa 276 Millionen Euro, die kommunale Pro-Kopf-Verschuldung betrug 2015 rund 1.684 Euro. Seit 2009 ist Leverkusen Mitglied im Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“, um die finanzielle Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
Das Wappen: Ein Symbol mit Geschichte
Das offizielle Wappen der Stadt Leverkusen, verliehen 1976, zeigt in Silber den rot gefärbten Bergischen Löwen (blau gekrönt, mit blauer Zunge und Krallen sowie doppeltem Schweif), überdeckt von einem schwarzen Wechselzinnenbalken. Der Löwe symbolisiert die frühere Herrschaft der Grafen und Herzöge von Berg und stammt aus den Wappen der Vorgängerstädte. Der Wechselzinnenbalken ist dem Wappen der Stadt Opladen von 1883 entlehnt und geht auf die im 13. Jahrhundert lebenden Brüder Gerhard und Giso von Opladen zurück. Das frühere Wappen (ursprünglich für Wiesdorf 1923 verliehen) zeigte ebenfalls den Löwen, aber darunter eine silberne Welle mit einem goldenen Kahn.
Im Alltag siehst du jedoch häufiger ein Logo: ein grünes, auf der Spitze stehendes Quadrat mit einem weißen senkrechten Balken, das die Stadt seit den 1970er Jahren verwendet.
Leverkusen international: Städtepartnerschaften
Leverkusen pflegt Freundschaften über Grenzen hinweg. Die Stadt unterhält neun Städtepartnerschaften, die oft aus ehrenamtlichen Bürgerkontakten entstanden und erst später offiziell wurden. Der Austausch von Familien und Vereinen steht oft im Vordergrund.
- Oulu (Finnland): Seit 1968 die erste Partnerschaft, auch mit wirtschaftlichen Aspekten.
- Bracknell Forest (Großbritannien): 1973 von Opladen initiiert, Ziel: Stärkung der europäischen Einheit.
- Ljubljana (Slowenien): Seit 1979.
- Nof HaGalil (Israel): Seit 1980, basierend auf Bürgerkontakten.
- Chinandega (Nicaragua): Ebenfalls aus Bürgerinitiativen entstanden.
- Schwedt (Brandenburg): Kontakte aus DDR-Zeiten, später offizielle Partnerschaft.
- Villeneuve d’Ascq (Frankreich): Offiziell seit 2001, nach bestehenden Familienkontakten.
- Ratibor/Racibórz (Polen): Begann 1951 als Ehrenpatenschaft, später zur Städtepartnerschaft erweitert.
- Wuxi (China): Seit 2014, nach bestehender Wirtschaftspartnerschaft.
- Nikopol (Ukraine): 2023 als Solidaritätspartnerschaft beschlossen.
Ausgezeichnet: Vorreiter im Kampf gegen Hautkrebs
Wusstest du das? Als erste Stadt Deutschlands wurde Leverkusen 2019 von der Stiftung Deutsche Krebshilfe für ihr langjähriges Engagement im Kampf gegen Hautkrebs ausgezeichnet. Mit dem Ehrenpreis „Clever in Sonne und Schatten-Partner“ wurde die Stadt für ihre vorbildlichen Präventionsmaßnahmen gewürdigt. Eine wichtige Initiative, denn bundesweit erkranken jährlich über 270.000 Menschen neu an Hautkrebs. Die Stadt plant, die Prävention auch auf ihre rund 8.000 städtischen Beschäftigten auszuweiten.
Glaube in Leverkusen: Vielfalt der Religionen
Traditionell gehörte das Gebiet des heutigen Leverkusen zum katholischen Erzbistum Köln. Die Reformation fasste kaum Fuß, sodass die Region bis ins 19. Jahrhundert überwiegend katholisch blieb – mit Ausnahme von Bergisch Neukirchen, das 1583 lutherisch wurde. Erst ab dem 19. Jahrhundert siedelten sich vermehrt Protestanten an, gründeten eigene Gemeinden (zuerst in Opladen, dann Wiesdorf) und später einen eigenen Kirchenkreis.
Heute gehören die katholischen Gemeinden zum Stadtdekanat Leverkusen, die evangelischen zum Kirchenkreis Leverkusen. Neben den beiden großen Kirchen gibt es diverse Freikirchen (Baptisten, Freie evangelische Gemeinden, Neuapostolische Kirche) sowie mehrere Moscheen für muslimische Gläubige (türkische Mimar-Sinan-Moschee und albanische Mesxhidi-Aksa-Moschee in Küppersteg, jeweils mit Minarett; arabische Al-Muhsinin-Moschee in Rheindorf). Seit 2011 gibt es unter dem Namen „Davidstern“ auch wieder eine jüdische Gemeinde in der Stadt.
Konfessionsstatistik: Ein deutlicher Wandel
Die religiöse Landschaft hat sich stark verändert. Zwischen 2005 und 2023 sank der Anteil der Katholiken von 40,9 % auf 30,3 % und der Anteil der Protestanten von 23,9 % auf 15,6 %. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil derer, die einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft angehören, von 35,3 % auf beachtliche 54,1 %. Im Jahr 2023 traten 1.989 Menschen aus der Kirche aus, was etwa 1 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Kultur und Freizeit: Was Leverkusen zu bieten hat
Langeweile? Nicht in Leverkusen! Die Stadt bietet ein überraschend vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot. Die kulturellen Aufgaben sind im Eigenbetrieb KulturStadtLev gebündelt, zu dem Bildungseinrichtungen wie Stadtbibliothek, Musikschule und Volkshochschule gehören, aber auch das Stadtarchiv, das renommierte Museum Morsbroich und das Veranstaltungszentrum Forum. Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Bayer Kulturabteilung, die ein eigenes, quantitativ gleichwertiges Kulturprogramm auf die Beine stellt.
Bühne frei: Theater in Leverkusen
Das 1969 eröffnete Forum ist die zentrale städtische Bühne. Hier erlebst du regelmäßig Musiktheater (Operette, Musical), Tanztheater, Schauspiel, Kinder- und Jugendveranstaltungen sowie Ausstellungen und Konzerte von Klassik bis Pop.
Im Bayer Erholungshaus, der hauseigenen Spielstätte der Bayer AG, organisiert die Bayer Kulturabteilung Konzerte, Theater- und Ballettvorstellungen. Das 1908 eingeweihte Haus wurde nach Umbauten (zuletzt 1997) für seine hervorragende Akustik, besonders für Kammermusik, bekannt. Der Große Saal fasst bis zu 800 Besucher. Auch Ausstellungen bildender Kunst finden hier statt, und der angrenzende Biergarten lädt zum Verweilen ein.
Daneben bereichern kleinere Bühnen die Szene, darunter das Junge Theater Leverkusen, das Matchbox Theater, das W.Erk-Theater im Kulturausbesserungswerk, das Caostheater, das Kommunale Kino der VHS und die Studiobühne Leverkusen. Hast du schon dein Lieblingstheater entdeckt?
Musik liegt in der Luft
Das absolute Highlight mit überregionaler Strahlkraft sind die Leverkusener Jazztage. Seit 1980 lockt das Musikfestival jährlich internationale Größen aus Jazz, Blues und Weltmusik in die Stadt. Ein Muss für Musikfans!
Im Sommer zieht das Street-Life-Festival als Open-Air-Event in der Wiesdorfer Altstadt viele Besucher an. Auf drei Bühnen präsentieren sich regionale und überregionale Musiker aus Jazz, Blues und Rock.
Einmal im Jahr verbindet die Leverkusener Shuttle-Nacht verschiedene Kneipen und Clubs per Shuttle-Bus zu einer großen Musikparty, organisiert von der Leverkusener Initiative für Kunst und Kultur (Likk e. V.).
Die Konzertreihe New Sounds (2004-2007) brachte frische Klänge in die Stadt und veranstaltete sogar ein eigenes Tagesfestival. Nicht zu vergessen ist die Städtische Musikschule Leverkusen, die mit rund 300 Veranstaltungen pro Jahr vor allem Kindern und Jugendlichen die Welt der Musik eröffnet.
Von moderner Kunst bis Industriegeschichte: Museen entdecken
Leverkusen beherbergt einige sehenswerte Museen:
- Museum Morsbroich: Seit 1951 im barocken Schloss Morsbroich untergebracht, ist es heute ein städtisches Museum für moderne und zeitgenössische Kunst.
- Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer: In Schlebusch kannst du Teile einer Sensenfabrik aus dem 19. Jahrhundert besichtigen und in die Arbeits- und Lebenswelt von damals eintauchen.
- Kolonie-Museum: In Wiesdorf zeigt eine typische Wohnung der Bayer-Werkssiedlung das Leben im Stil der 1930er Jahre.
- Villa Römer: In Opladen dient das ehemalige Unternehmeranwesen als Haus der Stadtgeschichte mit wechselnden Ausstellungen zur Regionalgeschichte, organisiert von lokalen Geschichtsvereinen.
- Kinder- und Jugendmuseum EnergieStadt: Auf dem Gelände des NaturGut Ophoven erklärt eine interaktive Ausstellung Kindern und Jugendlichen das Thema Energie, alternative Energieformen und Umweltschutz.
Ikonen aus Stahl und Stein: Bauwerke und Wahrzeichen
Was prägt das Stadtbild von Leverkusen? Ganz klar, das weithin sichtbare Bayer-Kreuz! Die heutige Großlichtanlage (seit 1958) hängt an zwei 118 Meter hohen Masten, hat einen Durchmesser von 51 Metern und leuchtet nachts mit rund 1700 Leuchtdioden (seit 2009), deren Buchstaben jeweils sieben Meter hoch sind. Ein Vorgänger existierte bereits 1933, musste aber im Krieg weichen. Pläne zur Demontage 2007 wurden nach Bürgerprotesten verworfen – das Kreuz gehört einfach zu Leverkusen!
Ein weiteres Juwel ist das barocke Schloss Morsbroich. Erbaut 1773 nach dem Vorbild von Schloss Falkenlust in Brühl, hat es eine wechselvolle Geschichte mit Besitzern wie einem Schwager Napoleons, Bankiers und Fabrikanten hinter sich. Seit 1951 beherbergt es das Kunstmuseum.
Moderner, aber nicht weniger markant war die 2002 fertiggestellte Bayer-Konzernzentrale nach Plänen des Architekten Helmut Jahn. Sie löste das alte Bayer-Hochhaus ab, das nach einer kurzen Episode als Medienfassade 2012/2013 abgerissen wurde.
Weitere sehenswerte Bauten sind der Wasserturm Leverkusen-Bürrig (mit Aussichtsplattform), die prachtvolle Villa Wuppermann, die geschichtsträchtige Villa Römer, die Doktorsburg, der Friedenberger Hof (ein Herrenhaus aus dem 16. Jh.) und das Gut Ophoven mit Resten einer Burganlage aus dem 13. Jahrhundert.
Grüne Lungen: Parks und Erholungsflächen
Brauchst du eine Pause vom Stadttrubel? Leverkusen bietet überraschend viel Grün:
- Wildpark Reuschenberg: Auf 34.000 m² leben viele heimische Tierarten in einem Waldgebiet.
- Carl-Duisberg-Parkanlage: Mitten im Bayerwerk (aber öffentlich zugänglich) gelegen, beherbergt er den berühmten Japanischen Garten. Dieser zählt zu den zehn schönsten Gärten Deutschlands!
- Tillmanns-Park: Ein ehemaliger Privatgarten in Bergisch Neukirchen, angelegt nach englischem Vorbild mit vielen exotischen Bäumen wie Mammutbaum und Ginkgo.
- Neuland-Park: Entstanden auf dem Gelände der Landesgartenschau 2005 auf einer sanierten ehemaligen Deponie direkt am Rhein – heute ein beliebter Freizeitpark.
- Bürgerbusch: Ein großes Waldgebiet mitten in der Stadt, ideal für Spaziergänge.
- Obstweg: Ein 2008 eröffneter Rundwanderweg, der Naturgenuss und Bewegung verbindet.
Sportstadt Leverkusen: Mehr als nur Fußball
Sport wird in Leverkusen großgeschrieben! Allen voran steht natürlich der Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen. Bis 1999 Teil des Breitensportvereins TSV Bayer 04 Leverkusen, ist die Fußballabteilung heute eine Tochtergesellschaft der Bayer AG. Die größten Erfolge der Herrenmannschaft waren der Gewinn des UEFA-Pokals 1988, des DFB-Pokals 1993 und natürlich die sensationelle erste Deutsche Meisterschaft in der Saison 2023/24 unter Trainer Xabi Alonso. Der Spitzname „Vizekusen“ aus der Saison 2001/02 (Vizemeister, DFB-Pokal- und Champions-League-Finale verloren) gehört damit endgültig der Vergangenheit an!
Heimspielstätte ist die BayArena (früher Ulrich-Haberland-Stadion), die 2009 auf 30.210 Plätze ausgebaut wurde. Sie ist Teil des großen „Sportparks Leverkusen“, wo viele der 14 Abteilungen des TSV Bayer 04 Leverkusen e. V. zu Hause sind.
Aber Leverkusen hat mehr zu bieten: Die Basketballer der Bayer Giants sind deutsche Rekordmeister und spielen in der Ostermann-Arena. Auch die Handballdamen des Vereins sind Rekordmeisterinnen in ihrer Sportart. Zudem gibt es traditionsreiche Vereine wie den Turn- u. Sportverein Opladen von 1882 e. V.
Für Freizeitsportler bietet die Stadt zahlreiche vermessene Laufstrecken, die sich auch für Nordic Walking eignen. Und seit 2001 findet jährlich im Juni der beliebte Leverkusen-Halbmarathon statt. Bist du sportlich aktiv?
Regelmäßige Feste und ein besonderer Preis
Leverkusen feiert gerne! Im August lockt die überregional bekannte Bierbörse auf die Schusterinsel in Opladen. Bis 2016 fand dort im Dezember auch das Festival „Leverkusen on ICE“ statt. Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es die Szene-Open-Mike-Late-Night-Show im Pentagon. Auch die Jüdischen Kulturtage im Rheinland machen regelmäßig Station in der Stadt. Seit 2008 findet im September das Stadtfest Leverkusen unter Beteiligung vieler Vereine statt, und seit 2005 öffnen bei der Leverkusener Kunstnacht im Oktober Galerien, Museen und Kirchen ihre Türen für lokale Künstler.
Der einzige Kulturpreis der Stadt ist der Kurt-Lorenz-Preis, benannt nach einem lokalen Künstler. Er wird seit 1989 unregelmäßig an Personen oder Institutionen verliehen, die das kulturelle Leben der Stadt bereichert haben.
Wirtschaft und Infrastruktur: Das Rückgrat der Stadt
Wie ist Leverkusen vernetzt und wovon lebt die Stadt?
Verkehr: Gut angebunden in alle Richtungen
Straßennetz
Leverkusen ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Das Autobahnkreuz Leverkusen verbindet die A1 und die A3. Die A1 überquert bei Wiesdorf auf der (häufig diskutierten) Rheinbrücke Leverkusen den Fluss. Die A59 führt im Westen nach Norden Richtung Düsseldorf. Außerdem durchqueren die Bundesstraßen B8 und B51 sowie die ehemalige B232 das Stadtgebiet.
Schienenverkehr
Mehrere Bahnstrecken erschließen Leverkusen:
- Die Strecke Köln–Duisburg mit dem Bahnhof Leverkusen Mitte und den S-Bahn-Halten Leverkusen-Rheindorf und Leverkusen-Küppersteg.
- Die Strecke Haan-Gruiten–Köln-Deutz mit den Bahnhöfen Opladen und Leverkusen-Manfort.
- Die Strecke Mülheim-Speldorf–Troisdorf (nur Güterverkehr).
Die S-Bahn-Linie S6 hält in Rheindorf, Küppersteg, Mitte und am Chempark. Der RE1 und RE5 halten in Leverkusen Mitte, der RE7 in Opladen, und die RB48 bedient Opladen und Manfort. Einen festen Halt für ICE- oder IC-Züge gibt es leider nicht.
Öffentlicher Nahverkehr
Früher (1903-1963) gab es sogar Straßenbahnen in Leverkusen, Opladen und Hitdorf. Aktuell gibt es Überlegungen, die Kölner Stadtbahnlinie 4 von der Stadtgrenze bis zum Chempark oder sogar ins Zentrum und nach Opladen zu verlängern. Den Hauptteil des ÖPNV im Stadtgebiet bewältigen heute Buslinien der Wupsi GmbH und anderer Betriebe. Leverkusen gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS).
Luftverkehr
Am südlichen Stadtrand befindet sich der kleine Flugplatz Leverkusen (EDKL) für Sport- und Geschäftsflieger.
Wirtschaftsmotor Leverkusen
Die Wirtschaft Leverkusens ist stark von der Chemieindustrie geprägt. Hauptarbeitgeber sind die Bayer AG und die aus ihr hervorgegangene Lanxess AG. Aber auch andere große Namen haben hier ihren Sitz oder wichtige Standorte: die Deutschland- und Europazentrale des Autoherstellers Mazda, der Bremsbelaghersteller TMD Friction, das Stahlunternehmen Wuppermann AG, der Silikonhersteller Momentive Performance Materials und Kronos International, einer der größten Titandioxid-Hersteller, der im Chempark produziert.
Im Jahr 2016 erwirtschaftete Leverkusen ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 7,605 Milliarden Euro (Platz 49 in Deutschland). Das BIP pro Kopf lag mit 46.572 € deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Auch die Wirtschaftsleistung pro Erwerbstätigen war mit 92.903 € sehr hoch. Rund 81.900 Erwerbstätige waren 2016 in der Stadt beschäftigt. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 7,0 %, etwas über dem NRW-Schnitt.
Im Zukunftsatlas, der die Zukunftschancen deutscher Regionen bewertet, verbesserte sich Leverkusen von Platz 196 (2016, „ausgeglichener Chancen-Risiko Mix“) auf Platz 122 von 401 (2019).
Medienvielfalt vor Ort
Informationen über Leverkusen bekommst du aus verschiedenen Quellen. Tageszeitungen sind der Leverkusener Anzeiger (Ableger des Kölner Stadt-Anzeigers) und die Rheinische Post (Ausgabe Rhein-Wupper-Zeitung). Auch der Kölner Express und die Bild berichten regional. Kostenlose Wochenblätter wie die Lokalen Informationen und das Leverkusener Wochenende landen im Briefkasten.
Für die Ohren gibt es den lokalen Radiosender Radio Leverkusen (107,6 MHz) mit Popmusik und lokalen Nachrichten. Der WDR aus Köln ist ebenfalls präsent. Eine Besonderheit: Dank eines Senders in Linz kann man hier auch SWR3 gut empfangen, weshalb die Autobahnen um Leverkusen sogar im Verkehrsservice dieses Senders auftauchen!
Bewegte Bilder aus Leverkusen findest du hauptsächlich online auf leverkusen.com oder in Kurzvideos der Rheinischen Post und im Lokalfenster des WDR.
Bildung: Von der Grundschule bis zur Hochschule
Leverkusen ist auch ein Bildungsstandort. Es gibt ein Studienzentrum der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) und den Campus Leverkusen der TH Köln (früher FH Köln) in der Neuen Bahnstadt Opladen. Eine Volkshochschule und eine katholische Familienbildungsstätte runden das Angebot für Erwachsene ab.
Für Schüler gibt es ein breites Angebot an weiterführenden Schulen: drei Hauptschulen, drei Realschulen, fünf Gymnasien, eine Sekundarschule und zwei Gesamtschulen. Im Schuljahr 2011/2012 besuchten fast 20.000 Schüler eine Schule in Leverkusen. Hinzu kommen drei Berufskollegs (Opladen, Geschwister-Scholl, Wirtschaft und Verwaltung). Bekannte Gymnasien sind z.B. das Werner-Heisenberg-Gymnasium, das Landrat-Lucas-Gymnasium, die Marienschule (kirchlich), das Lise-Meitner-Gymnasium und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Seit 2010 baut die Stadt im Rahmen des Netzwerks cLEVer (eröffnet 2014) ein regionales Bildungsnetzwerk auf.
Gesundheit: Gut versorgt im Krankheitsfall
Für die medizinische Versorgung gibt es das Klinikum Leverkusen in Schlebusch mit 12 Fachabteilungen und 740 Betten sowie einer Notdienstpraxis. In Wiesdorf befindet sich das St.-Josef-Krankenhaus und in Opladen das St.-Remigius-Krankenhaus (beide gehören zur Kplus Gruppe).
Stadt im Wandel: Entwicklungsprojekte
Leverkusen steht nicht still! Mehrere große Projekte verändern das Gesicht der Stadt:
- Rathaus-Galerie: Seit 2010 prägt das große Einkaufs- und Dienstleistungszentrum am Friedrich-Ebert-Platz die neue Stadtmitte in Wiesdorf. Es entstand anstelle des alten Rathauses und Bayer-Kaufhauses und beherbergt rund 120 Geschäfte sowie das neue Rathaus. Ein Projekt der ECE, das rund 200 Millionen Euro kostete.
- Neue Bahnstadt Opladen: Auf dem riesigen Gelände des ehemaligen Bahnausbesserungswerks in Opladen entstehen seit etwa 2010 neue Wohn- und Gewerbeflächen. Ein zentrales Projekt der Regionale 2010 mit einem Volumen von ca. 120 Millionen Euro. Hast du die Veränderungen dort schon gesehen?
- Soziale Stadt Rheindorf-Nord: In dieser Großwohnsiedlung aus den 1950er Jahren werden städtebauliche Verbesserungen mit sozialen Projekten (Bildung, Qualifizierung, Gesundheit) verknüpft, um das Quartier aufzuwerten.
Leverkusen ist also eine Stadt voller Kontraste und Dynamik. Eine Industriestadt mit grünen Oasen, ein Fußballmekka mit reicher Kulturgeschichte, ein Verkehrsknotenpunkt mit liebenswerten Stadtteilen. Hast du Lust bekommen, diese Stadt selbst zu erkunden?
Zusammenfassend lässt sich sagen: Leverkusen ist weit mehr als nur der Sitz eines Weltkonzerns oder die Heimat eines deutschen Fußballmeisters. Es ist eine Stadt, die Industrie und Natur, Geschichte und Moderne, Sportbegeisterung und kulturelle Vielfalt auf einzigartige Weise verbindet. Ihre Stärke liegt in den lebendigen Stadtteilen, den engagierten Menschen und der Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Entdecke selbst den Facettenreichtum dieser spannenden Stadt am Rhein!
[object Object],[object Object],[object Object],[object Object],[object Object]
Du möchtest mehr über Leverkusen wissen?
Diese Seite basiert unter anderem auf Leverkusen aus der Wikipedia (abgerufen am 1. April 2025) und wurde automatisch mit KI weiterverarbeitet.