Entdecke Bielefeld: Mehr als nur eine Verschwörung
Hast du schon einmal von Bielefeld gehört? Vielleicht im Zusammenhang mit einer berühmten Verschwörungstheorie, die behauptet, die Stadt gäbe es gar nicht? Lass dich überraschen, denn Bielefeld ist nicht nur sehr real, sondern auch eine pulsierende, grüne Großstadt im Herzen von Ostwestfalen-Lippe, die darauf wartet, von dir entdeckt zu werden. Mit über 330.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt der Region und ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum in Nordrhein-Westfalen. Komm mit auf eine Reise durch eine Stadt, die Geschichte, Natur und Moderne auf einzigartige Weise verbindet. Wir zeigen dir, warum Bielefeld definitiv existiert und was es so besonders macht – von seiner reichen Vergangenheit als Leineweberstadt bis hin zu seiner heutigen Rolle als innovativer Hochschul- und Wirtschaftsstandort. Bist du bereit, Bielefeld wirklich kennenzulernen?
Geographische Lage: Wo Wasser und Wege sich kreuzen
Bielefeld thront auf einer faszinierenden geographischen Position: direkt auf der Wasserscheide zwischen Weser und Ems. Stell dir vor, wie das Wasser von hier aus in zwei verschiedene große Flüsse strömt! Die Stadt selbst breitet sich über drei unterschiedliche Naturräume aus, was ihr eine bemerkenswerte landschaftliche Vielfalt verleiht.
Im Herzen der Ravensberger Mulde
Der Norden und Nordosten, einschließlich des geschäftigen Stadtzentrums, schmiegen sich sanft in die Hügellandschaft der Ravensberger Mulde. Hier findest du eine sanft wellige Landschaft, durchzogen von Feldern, Wiesen und kleinen Wasserläufen wie dem Johannisbach, dessen Wasserstand durch den künstlich angelegten Obersee – Bielefelds größte Wasserfläche – reguliert wird. Ein idealer Ort für entspannte Spaziergänge oder Radtouren, findest du nicht auch?
Der Teutoburger Wald: Das grüne Rückgrat der Stadt
Direkt südlich davon erhebt sich majestätisch der Teutoburger Wald. Dieser markante Gebirgszug durchzieht Bielefeld wie ein grünes Band von Westnordwest nach Ostsüdost. Er ist nicht nur eine natürliche Grenze und die eigentliche Wasserscheide, sondern auch ein riesiges Naherholungsgebiet. Der höchste Punkt der Stadt, mit stolzen 320 Metern über Normalhöhennull, liegt hier auf der Bergkuppe „Auf dem Polle“ im Stadtteil Lämershagen. Im Gegensatz dazu befindet sich der tiefste Punkt auf 71 Metern im Stadtteil Brake. Das Rathaus selbst liegt auf einer angenehmen Höhe von 114 Metern.
Der Bielefelder Pass und die Senne
Eine Lebensader seit alten Zeiten ist der Bielefelder Pass, ein Quertal durch den Teutoburger Wald. Von hier aus erstreckt sich der Stadtbezirk Gadderbaum mit den bekannten v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in die malerischen Längstäler des Gebirges hinein. Südlich des Passes beginnt die Münsterländer Bucht, und hier, westlich des Passes, wartet eine ganz besondere Landschaft: die Senne, ein einzigartiges Sandgebiet, das durch seine spezifische Flora und Fauna besticht.
Der Lutterbach: Ein Stück Stadtgeschichte kehrt zurück
Mitten in der Innenstadt fließt der Lutterbach. Wusstest du, dass dieser Bachlauf im 15. Jahrhundert künstlich von der Lutter abgezweigt wurde? Lange Zeit floss er verborgen in Rohren unter der Stadt, doch seit 2004 wird er Stück für Stück wieder freigelegt und sichtbar gemacht – ein wunderbares Beispiel dafür, wie Natur in die Stadt zurückgeholt wird.
Stadtgliederung: Vielfalt in zehn Bezirken
Bielefeld ist offiziell in zehn Stadtbezirke gegliedert: Brackwede, Dornberg, Gadderbaum, Heepen, Jöllenbeck, Mitte, Schildesche, Senne, Sennestadt und Stieghorst. Jeder dieser Bezirke hat seine eigene, von den Bürgern gewählte Bezirksvertretung mit einem Bezirksbürgermeister an der Spitze, der die lokalen Interessen vertritt. Für statistische Zwecke gibt es sogar eine noch feinere Unterteilung in 72 statistische Bezirke und über 2800 Baublöcke – eine Struktur, die genaue Einblicke und Planungen ermöglicht.
Informelle Stadtteile: Das Herz der Gemeinschaft
Im täglichen Leben orientieren sich die Bielefelder jedoch oft an einer informelleren Einteilung in Stadtteile. Diese entsprechen häufig den Grenzen der ehemals eigenständigen Gemeinden, die über die Jahre, besonders 1930 und 1973, nach Bielefeld eingemeindet wurden. Diese historischen Namen und Zugehörigkeiten prägen oft das lokale Gemeinschaftsgefühl viel stärker als die offiziellen Bezirksgrenzen. Hast du schon mal darüber nachgedacht, wie solche historischen Strukturen das moderne Stadtleben beeinflussen?
Eine „kleine Großstadt“ mit viel Raum
Mit einer Fläche von fast 259 Quadratkilometern und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 22 Kilometern sowie einer West-Ost-Ausdehnung von 19 Kilometern bietet Bielefeld erstaunlich viel Platz. Interessanterweise werden nur 43,7 % der Fläche für Siedlung und Verkehr genutzt, während über die Hälfte (56,3 %) aus Vegetations- und Gewässerflächen besteht! Der Anteil an Landwirtschaftsfläche ist sogar höher als in vergleichbaren NRW-Städten, und rund 7,5 % der Stadtfläche stehen unter Naturschutz. Ein bedeutender Teil davon ist der Bielefelder Stadtwald mit über 2300 Hektar.
Nachbarn und Geologie: Eingebettet in Vielfalt
Bielefeld ist von einer Reihe interessanter Städte und Gemeinden umgeben. Im Uhrzeigersinn grenzt es an Spenge, Enger, Herford, Bad Salzuflen, Leopoldshöhe, Oerlinghausen, Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Gütersloh, Steinhagen, Halle (Westf.) und Werther (Westf.). Diese Nachbarschaft spiegelt die zentrale Lage in der Region Ostwestfalen-Lippe wider.
Ein geologischer Querschnitt
Geologisch ist die Stadt, wie ihre Landschaft, dreigeteilt:
- Der Süden liegt in der Westfälischen Bucht.
- Die Mitte wird vom Teutoburger Wald dominiert.
- Der Norden gehört zum Ravensberger Hügelland.
Das Hügelland und der Teutoburger Wald bestehen hauptsächlich aus Gesteinsschichten des Erdmittelalters (Trias, Jura, Kreide) – Tonmergel-, Kalk- und Sandsteine, die bis zu 2000 Meter mächtig sind. Geologische Prozesse haben diese Schichten gehoben und in charakteristische Sättel, Mulden und Gräben zerlegt, die die Landschaft prägen. Die flacheren Gebiete sind von Lockergesteinen aus dem Eiszeitalter bedeckt (Sand, Kies, Löss). Besonders im Ravensberger Hügelland sorgt eine meterdicke Lössschicht für fruchtbare Böden. An der Grenze zum Münsterland findet man Podsole auf Schmelzwassersanden, während in den Hanglagen des Teutoburger Waldes (auch Osning genannt) oft nur eine dünne Humusschicht auf dem Festgestein liegt.
Klima: Zwischen Ozean und Kontinent
Das Bielefelder Klima ist ein typisches Übergangsklima – beeinflusst von der Nähe zum Atlantik, aber auch mit kontinentalen Zügen. Die Lage am Teutoburger Wald spielt dabei eine entscheidende Rolle. Meist erlebst du hier milde Winter und mäßig warme Sommer, wobei die Niederschläge relativ gleichmäßig übers Jahr verteilt sind. Die Jahresmitteltemperatur liegt um 8,5 °C, im Süden etwas höher (ca. 9 °C) und in den Höhenlagen des Teutoburger Waldes niedriger (ca. 7,5–8 °C).
Regenreich dank Teutoburger Wald
Apropos Regen: Bielefeld gehört zu den niederschlagsreichsten Großstädten in NRW! Der Grund dafür ist der Teutoburger Wald, der wie eine Barriere für die meist aus Südwesten kommenden feuchten Luftmassen wirkt. An seiner Luvseite (Südwestseite) kommt es zu ausgeprägtem Steigungsregen, weshalb hier die Jahresniederschläge oft über 1000 Millimeter erreichen. Im Stadtzentrum sind es immer noch beachtliche 890 Millimeter. In den geschützteren Lagen im Norden (Lee des Gebirges) oder ganz im Süden in der Westfälischen Bucht fällt hingegen weniger Regen (ca. 750–800 Millimeter). Spannend, wie die Landschaft das lokale Wetter formt, oder?
Ein Blick in die Geschichte: Von Leinenwebern und Neuanfängen
Die Geschichte Bielefelds ist lang und facettenreich. Bereits im frühen 9. Jahrhundert findet sich die erste Erwähnung, doch als Stadt tritt sie erst 1214 offiziell in Erscheinung. Gegründet am Nordende eines Passes durch den Teutoburger Wald, sollte sie als Kaufmannsstadt den Handel in der Grafschaft Ravensberg ankurbeln – und wurde prompt deren größter Ort.
Die Ära der Leinenindustrie
Über Jahrhunderte war Bielefeld das pulsierende Zentrum der Leinenindustrie. Die Stadt wuchs und gedieh mit dem Handel und der Verarbeitung des „weißen Goldes“. Dieses Erbe ist auch heute noch spürbar und wird etwa durch das Leineweberdenkmal wachgehalten.
Dunkle Zeiten und Wiederaufbau
Die Geschichte hat aber auch tiefe Narben hinterlassen. Die einst blühende jüdische Gemeinde, eine der größten in Westfalen, erlitt unter den Nationalsozialisten unermessliches Leid. Die Synagoge wurde 1938 zerstört, viele Mitglieder deportiert und ermordet. Ein Mahnmal am Hauptbahnhof erinnert heute an die 1849 von hier deportierten Juden.
Im Zweiten Weltkrieg traf es Bielefeld schwer. Besonders der verheerende Luftangriff am 30. September 1944 zerstörte fast die gesamte historische Altstadt und kostete 649 Menschen das Leben. Der Wiederaufbau nach dem Krieg erfolgte zügig, vor allem die Industrie erholte sich schnell. Viele historische Gebäude gingen jedoch für immer verloren, und das Stadtbild wandelte sich grundlegend. Die Textilindustrie verlor nach und nach an Bedeutung, während sich Bielefeld zu einem modernen Dienstleistungszentrum entwickelte.
Städtebau und Bildung
Eine städtebauliche Besonderheit ist die Planstadt Sennestadt, ein ambitioniertes Projekt der Nachkriegszeit. Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der Universität Bielefeld im Jahr 1969, die sich zu einer renommierten Forschungseinrichtung entwickelt hat und das Bild der Stadt maßgeblich prägt.
Wachsende Stadt: Eingemeindungen und Einwohnerentwicklung
Bielefeld ist über die Jahrhunderte stetig gewachsen, nicht nur organisch, sondern auch durch zahlreiche Eingemeindungen. Schon 1828 kam das Gut Niedermühlen hinzu. Größere Erweiterungen folgten 1900, 1907 und 1930, als viele umliegende Gemeinden und Gebiete eingegliedert wurden, darunter Schildesche, Sieker und Stieghorst.
Die größte Gebietsreform fand jedoch zum 1. Januar 1973 statt. Mit einem Schlag kamen die Städte Brackwede und Sennestadt sowie zahlreiche weitere Gemeinden aus dem aufgelösten Kreis Bielefeld hinzu. Auch Schröttinghausen aus dem Kreis Halle (Westf.) wurde Teil der Stadt. Dieser Schritt katapultierte die Einwohnerzahl schlagartig nach oben.
Von 5.500 zur Großstadt
Um 1800 zählte Bielefeld gerade einmal 5.500 Einwohner. Die Industrialisierung, vor allem im 19. Jahrhundert, ließ die Bevölkerung rasant ansteigen – auf über 60.000 um 1900. Im Jahr 1930 überschritt die Stadt die magische Marke von 100.000 Einwohnern und wurde offiziell zur Großstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Flüchtlinge und Vertriebene hier eine neue Heimat, was die Zahl bis 1961 auf über 175.000 anwachsen ließ. Die Eingemeindungen von 1973 brachten dann den Sprung auf über 320.000 Einwohner. Heute steht Bielefeld mit seinen rund 331.519 Einwohnern (Stand Ende 2023) auf Platz 18 der größten Städte Deutschlands und Platz 8 in NRW.
Politik in Bielefeld: Rat, Oberbürgermeister und globale Verbindungen
Die politische Landschaft Bielefelds wird maßgeblich vom Rat der Stadt gestaltet. In der Wahlperiode 2020–2026 hat der Rat 67 Mitglieder, einschließlich des Oberbürgermeisters, der ebenfalls stimmberechtigt ist. Aktuell wird die Stadt von einer Koalition aus SPD, Grünen und Die Linke regiert (Stand März 2021).
Der Oberbürgermeister
Seit 1994 gibt es in Bielefeld einen hauptamtlichen Oberbürgermeister, der direkt von den Bürgern gewählt wird. Er ist nicht nur der oberste Repräsentant der Stadt und Vorsitzender des Rates, sondern auch Leiter der Stadtverwaltung. Seit 2009 hat Pit Clausen (SPD) dieses Amt inne. Er wird von drei ehrenamtlichen Bürgermeistern in repräsentativen Aufgaben unterstützt.
Städtepartnerschaften: Freundschaften über Grenzen hinweg
Bielefeld pflegt ein beeindruckendes Netzwerk an Städtepartnerschaften, das weit über Europa hinausreicht. Hast du gewusst, dass die Idee zur ersten Partnerschaft mit Rochdale (UK) schon 1953 bei einem Gewerkschaftstreffen entstand? Heute erinnern Parks und sogar eine rote englische Telefonzelle an diese Freundschaft.
Weitere Partnerschaften verbinden Bielefeld mit:
- Enniskillen (Nordirland, seit 1958, initiiert durch den Stadtbezirk Brackwede)
- Concarneau (Frankreich, seit 1973, initiiert durch den Stadtbezirk Senne)
- Nahariya (Israel, seit 1980, entstanden aus einer privaten Freundschaft)
- Weliki Nowgorod (Russland, seit 1987, als Zeichen der Entspannungspolitik)
- Rzeszów (Polen, seit 1991, initiiert durch die Deutsch-Polnische Gesellschaft)
- Estelí (Nicaragua, seit 1995, nach jahrelangen Kontakten und Hilfsaktionen)
Zusätzlich hat Bielefeld Patenschaften für die ehemals deutschen Städte Gumbinnen (heute Gussew, Russland), Wansen (heute Wiązów, Polen) und Münsterberg (heute Ziębice, Polen) übernommen und unterstützte deren heimatvertriebene Bewohner nach dem Krieg.
Bielefeld in der Bundes- und Landespolitik
Auch auf Bundes- und Landesebene ist Bielefeld politisch vertreten. Die Stadt gehört zum Bundestagswahlkreis 132 und entsendet Abgeordnete verschiedener Parteien nach Berlin. Für den Landtag von Nordrhein-Westfalen ist Bielefeld in drei Wahlkreise aufgeteilt (92, 93 und teilweise 94), die ebenfalls Abgeordnete nach Düsseldorf entsenden.
Sehenswürdigkeiten: Zeitzeugen aus Stein und Grün
Bielefeld mag auf den ersten Blick modern wirken, doch die Stadt birgt zahlreiche historische Schätze und beeindruckende Bauwerke. Lass uns einige Highlights erkunden!
Sakralbauten: Glaubensstätten mit Geschichte
- Altstädter Nicolaikirche: Die älteste Stadtkirche Bielefelds (Pfarrkirche seit 1236), ursprünglich eine gotische Hallenkirche. Nach Kriegszerstörung wiederaufgebaut, beherbergt sie einen prächtigen Antwerpener Schnitzaltar mit über 250 Figuren. Ein kleines Museum und das viermal tägliche Glockenspiel sind besondere Attraktionen.
- Neustädter Marienkirche: Eine hochgotische Hallenkirche (erbaut ab 1293) mit zwei markanten Türmen, gilt als kunsthistorisch wertvollstes Baudenkmal der Stadt. Sie war 1553 Ausgangspunkt der Reformation in Bielefeld und birgt einen berühmten Flügelaltar von 1400, den Marienaltar.
- Süsterkirche: Entstanden aus einem Augustinerinnenkloster (gegründet 1491), heute die Kirche der evangelisch-reformierten Gemeinde. Ein Zeugnis der Hingabe an Kranken- und Armenversorgung im Mittelalter.
- St. Jodokus: Ursprünglich die Kirche eines Franziskanerklosters (erbaut 1511), die auch nach der Reformation katholisch blieb. Von dem früheren Klosterstandort am Jostberg sind noch Ruinen erhalten.
- Heilig Geist Kirche (Dornberg): Ein modernes Kirchenjuwel aus den frühen 1990er Jahren, das für seine Architektur geschätzt wird.
Profanbauten: Von Rathäusern und Adelshöfen
- Alter Markt & Theater am Alten Markt (TAM): Das Herz der Altstadt. Im TAM stecken noch Reste des mittelalterlichen Rathauses (erstmals erwähnt 1424). Nach Umbauten im 16. und 19. Jahrhundert sowie schwerer Kriegszerstörung wurde es 1949 wiederaufgebaut und dient heute als Theater und Volkshochschule. Der „Hochzeitsbogen“, ein Arkadengang von 1906, ist ein charmantes Detail.
- Bürgerhäuser: Obwohl viel im Krieg zerstört wurde, gibt es noch bemerkenswerte Beispiele: Das Haus Müller (Obernstraße, datiert 1485, damit ältestes bekanntes Bürgerhaus), das Crüwell-Haus (Obernstraße 1, ab 1530) mit spätgotischem Giebel und das Battig-Haus (Alter Markt 3) mit einem erhaltenen Barockgiebel von 1680. Viele Gründerzeitvillen prägen ebenfalls das Stadtbild.
- Adelshöfe: Von den einst 17 Adelshöfen sind einige erhalten, darunter der Waldhof (gilt als Keimzelle der Stadt), der reich beschnitzte Korff-Schmisinger Hof (um 1640), der Wendtsche Hof (16. Jh.), der Spiegelshof (Weserrenaissance) und der Grestsche Hof.
- Sparrenburg: Das unübersehbare Wahrzeichen Bielefelds! Um 1200 erbaut, thront die Festung über der Stadt. Der 37 Meter hohe Turm bietet eine fantastische Aussicht, und die unterirdischen Gänge (Kasematten) laden zu spannenden Führungen ein (Turmbesteigung April-Oktober).
- Altes Rathaus & Stadttheater: Ein beeindruckender Gebäudekomplex von 1904. Das Rathaus dient heute repräsentativen Zwecken, während das Stadttheater mit seiner Jugendstilfassade von Bernhard Sehring begeistert.
- Leineweberdenkmal: Eine Brunnenanlage von 1909 am Altstädter Kirchplatz, die an die wichtige Leinenverarbeitung erinnert.
- Niemöllers Mühle (Quelle): Eine 1535 erstmals erwähnte, restaurierte und funktionstüchtige Wassermühle.
Grünflächen und Naherholung: Bielefelds grüne Lunge
Wusstest du, dass Bielefeld unter den deutschen Großstädten einen der höchsten Anteile an Grünflächen hat? Teile der Stadt liegen sogar im Naturpark TERRA.vita und im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge.
- Teutoburger Wald: Bietet unzählige Wanderwege und Erholungsmöglichkeiten. Hier findest du auch den Botanischen Garten mit Alpinum und Bambusgärten sowie den beliebten Heimat-Tierpark Olderdissen.
- Obersee: Ein Stausee in Schildesche mit einer 80 Hektar großen Grünanlage drumherum – perfekt zum Spazierengehen, Joggen oder Entspannen.
- Parks in der Innenstadt: Der Bürgerpark, der Ravensberger Park (mit der Weißen Villa und dem umgesetzten Schinkel-Pavillon) und der Rochdale Park bieten zentrale grüne Oasen. Auch der Nordpark mit seinem alten Baumbestand ist ein beliebtes Ziel.
- Japanischer Garten (Gadderbaum): Ein Ort der Ruhe und Schönheit, eröffnet 2003.
- Wappenweg: Ein Wanderweg, der einmal rund um die Stadtgrenzen führt.
- Sennefriedhof: Mit fast 100 Hektar einer der größten Friedhöfe Deutschlands, dessen naturnahe Gestaltung ökologische Nischen schafft.
Religion und Gesellschaft: Ein buntes Miteinander
Die religiöse Landschaft Bielefelds hat sich über die Zeit stark verändert. Historisch gehörte die Stadt zum Bistum Paderborn. Mit der Reformation ab 1553 wurde Bielefeld und die Grafschaft Ravensberg überwiegend protestantisch (lutherisch). Später kamen durch den Einfluss Brandenburg-Preußens auch reformierte Gemeinden hinzu, die 1817 mit den lutherischen zur unierten evangelischen Kirche zusammenfanden. Bielefeld wurde sogar Sitz der Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche von Westfalen (seit 1949).
Konfessionelle Entwicklung
Während 2002 noch über 44 % der Bevölkerung evangelisch und 15 % katholisch waren, sind diese Anteile deutlich gesunken. Ende 2024 waren nur noch 28,4 % evangelisch und 12,8 % katholisch. Die größte Gruppe (58,8 %) gehört inzwischen anderen Glaubensgemeinschaften an oder ist konfessionslos. Die Zahl der Kirchenaustritte ist bemerkenswert, auch wenn sie 2024 leicht zurückging.
Vielfalt der Glaubensrichtungen
- Katholizismus: Nach der Reformation fast verschwunden, wuchs die katholische Gemeinde durch die Industrialisierung und nach dem Zweiten Weltkrieg (Zuzug von Flüchtlingen) wieder stark an. Heute gehört Bielefeld zum Dekanat Bielefeld-Lippe des Erzbistums Paderborn.
- Judentum: Eine lange, wechselvolle Geschichte. Nach Vertreibungen im Mittelalter und Verboten im 16. Jahrhundert etablierte sich wieder eine Gemeinde. Unter preußischer Herrschaft gab es Schutz, unter Napoleon Gleichberechtigung, die später teils zurückgenommen wurde. 1905 wurde eine große Synagoge eingeweiht, die 1938 zerstört wurde. 460 Bielefelder Juden fielen dem Holocaust zum Opfer. Heute gibt es wieder eine aktive jüdische Gemeinde mit ca. 320 Mitgliedern und einer neuen Synagoge („Beit Tikwa“) in einer umgebauten Kirche.
- Islam: Die meisten Muslime kamen als Gastarbeiter aus der Türkei und leben heute teils in der dritten oder vierten Generation hier. Anfang 2024 lebten rund 50.000 Muslime in Bielefeld (ca. 15 % der Bevölkerung). Die Vatan-Moschee in Brackwede ist ein sichtbares Zentrum.
- Andere christliche Konfessionen: Bielefeld beherbergt eine Vielzahl weiterer Gemeinschaften, darunter Altkonfessionelle, Freikirchen (Mennoniten, Baptisten, Methodisten), Neuapostolische Kirchen, Orthodoxe Gemeinden (griechisch, russisch, serbisch, armenisch), eine ukrainische griechisch-katholische Gemeinde und die Zeugen Jehovas.
Kultur: Museen, Bühnen und Klänge
Bielefeld hat kulturell enorm viel zu bieten! Von Kunst über Geschichte bis hin zu Musik und Theater – hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack.
Museen: Von Kunst bis Industriegeschichte
Die Museumslandschaft ist beeindruckend vielfältig:
- Kunsthalle Bielefeld: Ein architektonisches Highlight von Philip Johnson (sein einziger Museumsbau in Europa!), zeigt moderne und zeitgenössische Kunst.
- Historisches Museum: Untergebracht in der ehemaligen Ravensberger Spinnerei, taucht man hier tief in die Stadt- und Industriegeschichte ein.
- Museum Huelsmann: Ein Schatzkästchen für Kunstgewerbe – Porzellan, Schmuck, wissenschaftliche Geräte.
- Naturkunde-Museum (namu): Im Spiegelshof gelegen, erklärt es Geologie, heimische Minerale und Fossilien.
- Bauernhausmuseum: Westfalens ältestes Freilichtmuseum zeigt historische Hofgebäude und eine Bockwindmühle im Teutoburger Wald.
- Museum Wäschefabrik: Eine original erhaltene Fabrik, die ein Stück Industriegeschichte und das Schicksal jüdischer Unternehmer greifbar macht.
- Weitere Museen: Kunstforum Herman Stenner, Deutsches Fächermuseum, Museumshof Senne, Pädagogisches Museum (Uni), Historische Sammlung Bethel, Krankenhausmuseum, Archäo Welle (Bodendenkmal), MuMa-Forum (Filmmuseum für Murnau und Massolle).
Theater und Bühnen: Von Klassik bis Kabarett
- Theater Bielefeld: Bietet Musiktheater, Tanz und Schauspiel in zwei Hauptspielstätten: dem prachtvollen Stadttheater (Jugendstil) und dem Theater am Alten Markt (TAM) mit seinen kleineren Bühnen TAMzwei und TAMdrei für zeitgenössische Stücke.
- Komödie am Klosterplatz: Unterhaltungstheater in einem ehemaligen Kino.
- Freie Szene & Jugendtheater: Das Alarmtheater (bekannt für Projekte zu Sucht/Gewalt/Migration), das Theaterhaus Feilenstraße und das Zentrum Bielefelder Puppenspiele richten sich oft an junges Publikum. Das Theaterlabor im Tor 6 entwickelt eigene Stücke.
- Kabarett: Bielefeld hat auch eine lebendige Kabarettszene.
Musik: Orchester, Chöre und Veranstaltungsorte
Die Musik spielt eine große Rolle in Bielefeld:
- Orchester: Die renommierten Bielefelder Philharmoniker (seit 1901), das unabhängige Freie Sinfonieorchester und die Jungen Sinfoniker (Jugendorchester).
- Chöre: Der überregional bekannte Bielefelder Kinderchor (gegründet 1932), der Musikverein der Stadt Bielefeld (seit 1820), der Oratorienchor, der Universitätschor und viele weitere.
- Musik- und Kunstschule (MuKu): Eine der größten Deutschlands mit 7.500 Schülern.
- Veranstaltungsorte: Die Rudolf-Oetker-Halle (erbaut 1930) ist die erste Adresse für klassische Konzerte. Die moderne Stadthalle Bielefeld (bis 4500 Plätze) und die große Seidensticker Halle (bis 7500 Plätze) bieten Raum für Konzerte, Messen und Events. Der Lokschuppen (ehem. Ringlokschuppen) ist eine beliebte Location in einem historischen Gebäude. Der Bunker Ulmenwall bietet intime Jazzkonzerte und Vorträge (u.a. von Digitalcourage).
Kinos und Kulturpreis
Neben einem Multiplex-Kino gibt es geschätzte Programmkinos wie die preisgekrönte Kamera und das Lichtwerk im Ravensberger Park. Das Melodie-Filmtheater und das Offkino ergänzen das Angebot. Die Stadt würdigt Kulturschaffende alle zwei Jahre mit dem Kulturpreis der Stadt Bielefeld.
Sportstadt Bielefeld: Von Arminia bis zum Hermannslauf
Der Sport hat in Bielefeld einen hohen Stellenwert. Das bekannteste Aushängeschild ist zweifellos der Fußballverein DSC Arminia Bielefeld. Obwohl als „Fahrstuhlmannschaft“ bekannt (zuletzt Abstieg in die 3. Liga 2023), hat der Verein eine treue Fangemeinde und trägt seine Heimspiele in der SchücoArena aus. Der VfB Fichte Bielefeld ist ein weiterer Traditionsverein.
Vielfältige Sportlandschaft
- Fußball: Neben Arminia und Fichte ist der TuS Jöllenbeck für sein internationales Frauen-Hallenfußball-Turnier bekannt.
- Radsport: Bielefeld war oft Etappenort der Deutschland Tour und besitzt eine Radrennbahn für Steherrennen.
- Handball: TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck und TSG Altenhagen-Heepen spielen in der Oberliga.
- Basketball: TSVE Dolphins Bielefeld (Regionalliga).
- Schach: Der Bielefelder SK hat Bundesliga-Vergangenheit.
- Eishockey: Damen des SV Brackwede (2. Liga Nord).
- Schwimmen: Zahlreiche Frei- und Hallenbäder (z.B. Ishara, AquaWede, Wiesenbad).
- Snooker: Der 1. SBC Bielefeld hat das größte private Vereinsheim Europas.
- Special Olympics: Bielefeld war 2023 Gastgeberstadt für die irische Delegation der World Summer Games.
Regelmäßige Sportveranstaltungen
- Hermannslauf: Ein legendärer Volkslauf vom Hermannsdenkmal zur Sparrenburg.
- Run & Roll City: Lauf- und Inlineskating-Event (früher auf dem Ostwestfalendamm).
- Großer Preis der Sparkasse: Radrennen in Brackwede.
Feste und Events: Bielefeld feiert das ganze Jahr
Langeweile kommt in Bielefeld selten auf. Die Stadt bietet einen prall gefüllten Veranstaltungskalender:
- Leinewebermarkt (Mai): Großes Volksfest in der Altstadt mit Bühnenprogramm.
- Carnival der Kulturen (Juni): Bunter Umzug mit internationalen Künstlergruppen.
- Christopher Street Day (Sommer): Seit 1994 für Vielfalt und Akzeptanz.
- Sparrenburgfest (Juli): Mittelalterliches Spektakel auf der Burg.
- Weihnachtsmarkt (Advent bis 30. Dez.): Festliche Stimmung in der Innenstadt.
- Nachtansichten (April): Lange Nacht der Museen, Kirchen und Galerien.
- Tanzfestival Bielefeld (Sommer): Kurse und professionelle Tanzaufführungen.
- Offene Ateliers (Spätsommer): Künstler öffnen ihre Werkstätten.
- Nacht der Klänge (Uni): Musik an ungewöhnlichen Orten.
- Bielefelder Literaturtage (Stadtbibliothek): Lesungen und Gespräche.
- Film- und Musikfestival (Murnaugesellschaft): Stummfilme mit Live-Musik.
- Big Brother Awards (Digitalcourage): Verleihung der Negativpreise für Datenschutzverletzungen.
- Geniale (mehrjährig): Wissenschaftsfest der Hochschulen.
- Wackelpeter (Sommerferien): Kinderkulturfest im Ravensberger Park.
- Spielewelt (November): Große Messe für Brett- und Gesellschaftsspiele.
- RadKulTour (Sommer): Kultur entlang einer Radroute.
Kulinarisches: Westfälische Spezialitäten
Natürlich kommt auch der Genuss nicht zu kurz. In Bielefeld kannst du typisch westfälische Spezialitäten probieren. Dazu gehören deftiger Pumpernickel, der leckere Kartoffelpfannkuchen Pickert, herzhafter westfälischer Schinken und klarer Weizenkorn. Eine ganz besondere lokale Erfindung ist die „Bielefelder Luft“, ein erfrischender Pfefferminzschnaps. Hast du ihn schon mal probiert?
Die Bielefeld-Verschwörung: Ein Scherz geht um die Welt
Kein Artikel über Bielefeld wäre vollständig ohne sie: die berühmte Bielefeld-Verschwörung. 1994 postete der Informatiker Achim Held im Usenet die satirische Behauptung, Bielefeld existiere gar nicht und seine Existenz würde nur von einer mysteriösen Organisation namens „SIE“ vorgetäuscht. Der Satz „Bielefeld gibt es nicht“ wurde zum Internet-Meme.
Die Stadt Bielefeld nimmt den Scherz mittlerweile mit Humor. Zum 800-jährigen Jubiläum 2014 lautete das Motto: „800 Jahre Bielefeld – Das gibt’s doch gar nicht!“. 2019 lobte die Stadt sogar 1 Million Euro für denjenigen aus, der unwiderlegbar beweist, dass es Bielefeld nicht gibt. Wie zu erwarten war, konnte niemand den Beweis antreten. Ein cleverer Marketing-Schachzug, oder?
Wirtschaft: Von Leinen zu Hightech und Dienstleistung
Die wirtschaftlichen Wurzeln Bielefelds liegen, wie erwähnt, in der Leinenweberei, die seit dem 9. Jahrhundert nachweisbar ist. Die Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts, befeuert durch den Eisenbahnanschluss (1847) und die Kohlelieferungen aus dem Ruhrgebiet, transformierte die Stadt. Spinnereien wie die „Spinnerei Vorwärts“ (1851) und die riesige „Ravensberger Spinnerei“ (1854) entstanden, gefolgt von mechanischen Webereien.
Wandel und Diversifizierung
Um 1900 verlagerte sich der Fokus auf die Konfektion von Wäsche und Bekleidung. Gleichzeitig entwickelte sich ein starker Maschinenbau (z.B. Dürkopp, das Nähmaschinen, Fahrräder, Autos baute). Ein ganz anderer Pionier war der Apotheker Dr. August Oetker, der mit der Idee, Backpulver in Päckchen industriell herzustellen, ein Weltunternehmen schuf.
Heute ist die Bielefelder Wirtschaft breit aufgestellt. Wichtige Branchen sind:
- Nahrungs- und Genussmittel: Allen voran die Dr. August Oetker KG.
- Metallverarbeitung und Maschinenbau: Mit Global Playern wie Schüco, DMG Mori, Dürkopp Adler, Thyssenkrupp, Böllhoff, Goldbeck.
- Chemie und Bekleidung: Z.B. die Möller Group und Seidensticker.
- Handel: Vertreten durch Marktkauf Holding, JAB Anstoetz, EK/servicegroup.
- Dienstleistungen: U.a. Kühne + Nagel, Itelligence (NTT Data Business Solutions), TNS Emnid/Infratest, Piening Personalservice.
- Gesundheits- und Sozialwesen: Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind mit über 18.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt. Auch Bildung (Uni, FH, Schulen) ist ein wichtiger Sektor.
Das Bruttoinlandsprodukt lag 2016 bei fast 13 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist auch, dass rund 40 % der sozialversicherten Beschäftigten Pendler aus dem Umland sind. Seit 2013 ist Bielefeld zudem als Fair-Trade-Stadt ausgezeichnet.
Infrastruktur: Gut vernetzt in alle Richtungen
Bielefeld ist verkehrstechnisch gut angebunden und verfügt über eine solide Infrastruktur.
Schienen- und Busverkehr
Der Bielefelder Hauptbahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt an der Hauptstrecke Köln–Hannover. Weitere Strecken führen nach Osnabrück („Haller Willem“), Paderborn („Senne-Bahn“) und Lemgo. Insgesamt gibt es elf Bahnhöfe und Haltepunkte im Stadtgebiet. Der öffentliche Nahverkehr wird durch vier Stadtbahnlinien (im Zentrum unterirdisch) und zahlreiche Buslinien abgedeckt (Netz TeutoOWL, Westfalentarif). Ein Nachtbusnetz sorgt für Mobilität am Wochenende. Interessanterweise ist Bielefeld die größte deutsche Stadt ohne S-Bahn-Anschluss, dies soll sich aber bis 2040 ändern.
Straßenverkehr
Die Autobahnen A 2 und A 33 sowie die Bundesstraßen B 61 und B 66 durchqueren das Stadtgebiet. Der Ostwestfalendamm (B 61n) ist eine wichtige innerstädtische Schnellstraße, die als Zubringer zur A 33 dient.
Luftfahrt
Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Paderborn/Lippstadt (ca. 45 km entfernt). Direkt in Bielefeld gibt es den Flugplatz Bielefeld (in Senne/Buschkamp) für Geschäfts- und Luftsportverkehr.
Fahrradverkehr
Bielefeld ist Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte“ und fördert aktiv den Radverkehr. Es gibt eine Fahrradstation am Hauptbahnhof, einen Fahrradbeauftragten und regelmäßige „Critical Mass“-Fahrten. Bei Umbauten wie am Jahnplatz wird auf moderne Radinfrastruktur nach Kopenhagener Vorbild gesetzt.
Öffentliche Einrichtungen und Medien
Bielefeld ist Sitz wichtiger Kammern (IHK, HWK), Behörden (Bezirksregierung, Straßen.NRW, BLB.NRW, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben), Gerichte (Amts-, Land-, Arbeitsgericht) und einer Bundesbank-Filiale. Das Klinikum Bielefeld und das Evangelische Klinikum Bethel bilden zusammen das Universitätsklinikum OWL. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und das Evangelische Johanneswerk sind bedeutende soziale Träger.
Medial ist Bielefeld gut versorgt: Die Tageszeitungen Neue Westfälische und Westfalen-Blatt, das Lokalradio Radio Bielefeld, das Campusradio Hertz 87,9, der lokale TV-Sender Kanal 21 (via nrwision) und ein WDR-Regionalstudio haben hier ihren Sitz. Verschiedene Anzeigenblätter, Stadtmagazine (ULTIMO) und Blogs ergänzen die Medienlandschaft. Bielefeld ist auch ein wichtiger Verlagsstandort.
Bildung: Schulen und Hochschulen
Die Bildungslandschaft ist breit gefächert:
- Schulen: Über 100 Schulen aller Art (Grundschulen, Förderschulen, Gymnasien, Realschulen, Gesamtschulen, Sekundarschulen, Berufskollegs, Waldorfschule, Versuchsschulen Laborschule & Oberstufen-Kolleg). Viele Schulen sind Standorte des Gemeinsamen Lernens (Inklusion).
- Hochschulen: Die renommierte Universität Bielefeld (gegr. 1969, ca. 22.000 Studierende), die Hochschule Bielefeld (HSBI, ehem. FH Bielefeld, gegr. 1971, ca. 6.600 Studierende mit Standorten auch in Minden und Gütersloh), die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, die Fachhochschule der Diakonie, die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW).
Wasserversorgung und Innovation
Das Trinkwasser wird ausschließlich aus Grundwasser gewonnen, gefördert von den Stadtwerken Bielefeld in 15 Wasserwerken. Als innovative Initiative ist das Projekt „Open Innovation City“ zu nennen, das seit 2019 mit Landesmitteln gefördert wird und Bielefeld zur ersten Stadt Deutschlands mit diesem Ansatz macht.
Persönlichkeiten: Ehrenbürger und prägende Köpfe
Viele Persönlichkeiten haben Bielefeld geprägt oder sind eng mit der Stadt verbunden.
Ehrenbürger
Seit 1856 wurden elf Personen zu Ehrenbürgern ernannt, darunter der Unternehmer Rudolf-August Oetker (Stifter der Kunsthalle), der Leinenindustrie-Pionier Hermann Delius, der ehemalige Bürgermeister Gerhard Bunnemann und der langjährige Leiter von Bethel, Alexander Funke.
Weitere verbundene Persönlichkeiten
Zahlreiche Wissenschaftler, Künstler, Politiker und andere bekannte Namen haben in Bielefeld gelebt, gearbeitet oder studiert:
- Wissenschaft: Die Soziologen Niklas Luhmann, Norbert Elias, Helmut Schelsky und Franz-Xaver Kaufmann prägten die Universität. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Reinhard Selten war hier tätig.
- Soziales: Friedrich von Bodelschwingh der Ältere baute Bethel maßgeblich auf.
- Politik: Altkanzler Gerhard Schröder machte hier sein Abitur. Die Politikerinnen Christina Kampmann und Britta Haßelmann sowie Politiker Torsten Albig haben Bielefeld-Bezug.
- Kultur & Medien: Die Schauspielerin Aylin Tezel wuchs hier auf. Die Schriftstellerin Mechtild Borrmann lebt hier. Der Musiker Timi Hendrix, der Komponist Gerd Lisken, die Digitalcourage-Gründer Padeluun und Rena Tangens.
Diese Liste ist nur ein kleiner Auszug und zeigt, wie vielfältig die Talente und Persönlichkeiten sind, die mit Bielefeld verbunden sind oder waren.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Bielefeld ist eine Stadt voller Kontraste und Überraschungen. Von ihrer reichen industriellen Vergangenheit über die grünen Oasen des Teutoburger Waldes bis hin zur modernen Hochschul- und Wirtschaftslandschaft bietet sie eine hohe Lebensqualität. Vergiss die Verschwörung – entdecke stattdessen die Realität einer dynamischen, sympathischen und vielfältigen Großstadt im Herzen Ostwestfalens. Es gibt hier definitiv viel zu erleben!
Gibt es Bielefeld wirklich?
Ja, Bielefeld ist eine sehr reale, pulsierende Großstadt mit über 330.000 Einwohnern im Herzen von Ostwestfalen-Lippe. Die Behauptung, es gäbe die Stadt nicht, ist eine bekannte Verschwörungstheorie, die die Stadt mittlerweile mit Humor nimmt.
Was ist das Wahrzeichen von Bielefeld?
Das unübersehbare Wahrzeichen Bielefelds ist die Sparrenburg. Sie wurde um 1200 erbaut und thront über der Stadt. Ihr 37 Meter hoher Turm bietet eine fantastische Aussicht.
Welche Besonderheit hat das Bielefelder Klima?
Bielefeld hat ein Übergangsklima und gehört zu den niederschlagsreichsten Großstädten in NRW. Grund ist der Teutoburger Wald, der feuchte Luftmassen staut und für Steigungsregen (besonders an der Südwestseite) sorgt.
Wofür war Bielefeld historisch bekannt?
Über Jahrhunderte war Bielefeld das Zentrum der Leinenindustrie. Die Stadt wuchs durch den Handel und die Verarbeitung des „weißen Goldes“. Auch der Maschinenbau (z.B. Dürkopp) und später die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Dr. Oetker) wurden wichtig.
Welche bekannten Grünflächen und Parks gibt es in Bielefeld?
Bielefeld hat einen hohen Grünflächenanteil. Wichtige Erholungsgebiete sind:
- Der Teutoburger Wald (mit Botanischem Garten und Tierpark Olderdissen)
- Der Obersee mit seiner 80 Hektar großen Grünanlage
- Parks wie Bürgerpark, Ravensberger Park, Rochdale Park, Nordpark
- Der Japanische Garten in Gadderbaum